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SCHAUSPIELHAUS GRAZ

Das Schauspielhaus Graz ist ein österreichisches Sprechtheater. Es ist Teil der Grazer Stadtkrone und steht im ersten Gemeindebezirk Innere Stadt.

Die Bauarbeiten für ein neues Grazer Theatergebäude wurden bereits am 24. Oktober 1774 in Angriff genommen. Nach einer Bauzeit von nicht ganz zwei Jahren wurde das neue Theater am 9. September 1776 eröffnet. Es handelte sich um ein landständisches Theater, das vom damaligen Grazer „landschaftlichen Maurermeister“ und späteren Hofbaumeister Joseph Hueber geplant und errichtet wurde. Die 10-achsige Hauptfront lag an der Hofgasse, die vier Eingangstüren lagen in den Achsen 3 und 4, sowie 7 und 8. Über jedem Türpaar lag ein Balkon.

Erster Direktor des neuen Hauses war Josef Jakobelli (bis 1780).[1] Ihm folgten unter anderem Emanuel Schikaneder (1781/82), Johann Nouseul (1783/84),[2] Roman Waizhofer (1786–1791),[3] Joseph Bellomo (1791–1797)[4] Karl Friedrich Domaratius (ab 1797), Franz Hysel (1813–19) und Johann August Stöger (1823–33). Die 1819 ernannte Direktion hatte ihr Amt aus finanziellen Gründen bereits nach wenigen Monaten niedergelegt.[5]

Am 4. Oktober 1825, dem Namenstag von Kaiser Franz I., konnte das ständische Theater (später: Landschaftliches Theater, danach: Landestheater) wieder eröffnet werden.

Berühmtester Schauspieler der kommenden Jahre war Johann Nestroy, der in der Grazer Elisabethstraße verstarb.
 

Erst 1887 wurde das Haus in Stadttheater umbenannt, nach Eröffnung des neuen Stadttheaters 1899 in Theater am Franzensplatz,[17] nach dem Ersten Weltkrieg in Schauspielhaus Graz.

1953 wurde das Haus aus baupolizeilichen Gründen geschlossen. Nach Umbauten unter Wahrung des historischen Baubestandes und mit einem Neubau des Bühnenhauses wurde es 1964 mit „Hamlet“ – die Hauptrolle verkörperte Helmuth Lohner – wiedereröffnet. Seither ist das Schauspielhaus dem Sprechtheater verpflichtet und fixer Bestandteil der steirischen Kulturszene. Die letzte große Erneuerung der gesamten Bühnentechnik geschah in den Sommerpausen 1999 und 2000. Sukzessive wurde in diesen Jahren auch das architektonisch erneuerte Foyer den Gegenwartsbedürfnissen angepasst. Neben Haus Eins (Hauptbühne) mit 540 Sitzplätzen werden auch Haus Zwei (ehemalige Probebühne mit circa 100 Sitzplätzen) und Haus Drei (ehemalige Ebene 3 mit circa 50 Sitzplätzen) bespielt.[18] Im Schauspielhaus gibt es auch den Redoutensaal als Veranstaltungsort.

Von 2000 bis 2006 stand das Schauspielhaus Graz unter der Leitung von Schauspieldirektor Matthias Fontheim, ab der Saison 2004/05 war er Geschäftsführender Intendant. Matthias Fontheim wechselte anschließend an das Staatstheater Mainz. Ab der Spielzeit 2006/07 bis zur Spielzeit 2014/15 war die Theaterregisseurin und bisherige Generalintendantin des Düsseldorfer SchauspielhausesAnna Badora, Intendantin in Graz. Unter Badora wurde das Schauspielhaus Graz 2008 als einziges österreichisches Theater in die U.T.E. (Union des Théâtres de l’Europe) aufgenommen.

Mit der Spielzeit 2015/16 übernahm Iris Laufenberg als Geschäftsführende Intendantin die Leitung am Schauspielhaus Graz, ehe sie nach acht Jahren an das Deutsche Theater Berlin wechselte. In dieser Zeit wurde das Schauspielhaus Graz Mitglied der ETC (European Theatre Convention).

Seit der Spielzeit 2023/24 ist Andrea Vilter Geschäftsführende Intendantin des Schauspielhaus Graz. Als Chefdramaturgin fungiert Anna-Sophia Güther.

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