WISSENSCHAFT
GERMANISTIK LMU MÜNCHEN
PROF. ROGER BAUER

Ein weiterer Hochschullehrer war auch bereits von den ersten Tagen an prägend und eindrucksvoll - und zwar einfach durch die Tatsache, dass er seine Vorlesungen abwechselnd in Deutsch, Französisch und gelegentlich auch einmal in Spanisch hielt.
Unter die Münchner Germanisten hatte sich ein Komparatist begeben, der planmässig und viel Vergnügen über die Grenzen der Nationalliteraturen hinwegschritt und uns ihm einfach folgen ließ.
Der Literarhistoriker Roger Bauer war 1918 in Oberseebach im Elsaß geboren worden, hatte in Straßburg und Paris studiert, und von 1946-48 am Institute Français in Wien gearbeitet, und hatte dann bis 1962 als Gastprofessor an den Universitäten in Münster, Köln, Bonn gelehrt, und war in Bonn auch von 1955-62 Leiter des Institut Français gewesen.

1962 ging er nach Saarbrücken als Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft, 1965 Professor für deutsche Sprache und Literatur in Straßburg, bevor 1969 die Professur für NDL und Verlgleichende Literaturwissenschaft and der LMU München antrat. Forschungsschwerpunkt war die österreichische Literatur des späten 18. und 19. Jahrhunderts, die deutsch-französischen Literaturbeziehungen sowie das Fin de siècle.
Was gab es nun von Prof. Roger Bauer zu lernen? Ausgezeichnet auf den Punkt gebracht hat das ein Mitarbeiter Bauers aus Saarbrücken, am zweitältesten Komparatistik-Institut Deutschlands, der das hier beschreibt:  https://books.google.de/books?id=CwhVHK1cYlAC&pg=PA184&lpg=PA184&dq=Professor+Roger+Bauer&source=bl&ots=wUQhFbFGOP&sig=ACfU3U0rpA3vZW872dguX7an7C-RKsw_AQ&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwj6j4TW1LPmAhWJw6YKHeZpCLAQ6AEwEHoECAgQAQ#v=onepage&q=Professor%20Roger%20Bauer&f=false
Prof. em. Dr. Konrad Feilchenfeldt
Ludwig-Maximilians-Universität München
Germanistik, Komparatistik, Nordistik,
Deutsch als Fremdsprache, Deutsche Philologie
Schellingstraße 3 RG
D-80799 München
 
Dieser arbeitete zu dieser Zeit vor allem maßgeblich an:

Clemens Brentano.
Sämtliche Werke und Briefe.
Historisch-kritische Ausgabe.
Veranstaltet vom
Freien Deutschen Hochstift. Stuttgart [u.a.]
 

wobei die "Religiösen Werke" (Bd. 24), "Die Barmherzigen Schwestern" (Band 22,2), "Das bittere Leiden" (Bd 27) und die "Romanzen vom Rosenkranz" (Bd. 10) sowie die Bände Prosa IV (Bd. 19), Briefe I (Bd. 29), Briefe II (Bd. 30), Briefe III (Bd. 31) und Briefe IV (Bd. 32) im Vordergrund seiner Beschäftigung standen.
Weitere wichtige Editionen waren
Karl August Varnhagen von Ense.
Werke in fünf Bänden
.
Frankfurt am Main
Bd. 1-3: Denkwürdigkeiten des eignen Lebens. 1987.
Bd. 4: (Zus. mit Ursula Wiedenmann) Biographien, Aufsätze, Skizzen, Fragmente. 1990.
Bd. 5: Tageblätter. 1994

Rahel-Bibliothek. Rahel Varnhagen. Gesammelte Werke. 10 Bde. München 1983.
(zus. mit Uwe Schweikert und Rahel E. Steiner)
Bd. 9: Briefe und Tagebücher aus verstreuten Quellen.
Bd. 10: Studien, Materialien, Register und
S. 75-127 (zus. mit R. E. Steiner) Rahel Varnhagens 'Werke'
S. 128-178 Rahel Varnhagens Ruhm und Nachruhm
S. 451-462 Bibliographie.
Daneben waren aber auch die von ihm mitgeführten Bereiche der Komparistik und der Nordistik prägend, die schnell nach vorne traten.
In der Komparatistik geschah das vor allem über Prof. Bauer, der Vorlesungen im Wechsel zwischen Deutsch, Englisch und Französisch hielt, und so die Betrachtung der Übergänge und die Notwendigkeit der Übersetzung für die Studenten ganz direkt bewusst machte.
In der Nordistik geschah eine frühe Prägung für das Norwegische, die sich durch erste Reisen nach Tromsö und zum Nordkap verfestigten, eine Vorliebe für Ibsen und auch das in Ibsens Werken manchmal liebevoll gespiegelte Old Norse der Wikinger.
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Aber neben den großen Wissenschaftlern und der literarischen Tradition der LMU standen auch junge Dozenten, die durch einen frechen Zugang zur Welt und zur Literatur beeindruckten. Gerade einmal 7 Jahre älter war ein Dozent, der mich zum eigenen Schreiben bewegen sollte, und auf der nächsten Seite vorgestellt wird.
Es handelt sich um den Musikkabarettisten und Autor Joerg Maurer, der zu dieser Zeit Dozent für Germanistik und Theatergeschichte war ...
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Das Germanistik-Institut der LMU München heute: 

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