WISSENSCHAFT
THEATERWISSENSCHAFT

Was ist das eigentlich, wo kann man das studieren, was macht man damit, wo führt das hin".
Bevor wir uns einer Betrachtung der vergangenen, heutigen und einer möglichen künftigen Theaterwissenschaft zuwenden, wollen wir kurz die Grundlagen beschreiben, auf denen wir das im Folgenden tun werden. Hierzu ist es nötig die gemeinsame Schulausbildung zu betrachten, die die Herangehensweise beim Erstellen von Theaterproduktionen wie auch an eine "Neue alte Theaterwissenschaft" von ihren Grundlagen her erklärt.
 
So oder ähnlich könnte ein Buch über die beiden Gründer der "medias ohg verlag und produktion" Anja Pirling und Thomas Waldkircher beginnen. Beide haben nämlich beide das gleiche humanistische Gymnasium besucht, das Franziskanergymnasium Kreuzburg
bei Hanau in Hessen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Diese Privatschule in kirchlicher Trägerschaft setzte Ihre Akzente zu diesem Zeitpunkt besonders auf
  • die lateinische und altgriechische Sprachausbildung,
  • die klassische Philosophie
  • der klassischen Germanistik
  • die Beschäftigung mit Musik und Malerei unter Anleitung von Künstlern,
  • die an Grundlagen orientierten Naturwissenschaften, besonders Physik und Biologie.​​​​

In diesen Bereichen waren es wiederum einzelne Lehrer, die besonders prägend wirkten:
  • der Altphilologe Herbert Weil,
  • der Lehrer für Philosophie Pater Paulus,
  • der Musiker Frater Ingbert,
  • die Germanisten Herr und Frau Büdenbender, Frau Henninger und Frau Dr. Oels
  • die Maler Ulrich Hüsch und Günther Förster
  • der Biologe Pater Osmund
  • der Physiker und Einstein-Schüler Pater Electus
  • der Mathematiker Pater Heinrich, der als Amateurfunker mit einer riesigen und weithin sichtbaren Dachantenne schon damals in Kontakt mit der ganzen Welt stand
  • der Kunstgeschichtler Pater Aegidius
Stellvertretend für alle, die zum großen Teil nicht mehr leben, soll hier ein Bild des kürzlich verstorbenen Frater Ingbert stehen, das auch von der menschlichen Vermittlung der Künste und Wissenschaften an dieser Schule erzählt:​

Frater Ingbert Ziegler OFM. * 28. August 1942 in Frankfurt/Main † 13. September 2018 in Frankfurt/Main.
Bild von Kerstin Meinhardt (2011)

Gerade der Bereich des Theaters, der für Anja Pirling und Thomas Waldkircher so wichtig werden sollte, war jedoch in diesen Jahren an der Schule weniger vertreten, die damals auch nur etwa 100 Schüler (vorwiegend Internatsschüler) hatte. Erst mit dem Wachsen der Schule (auf heute über 1000 Schüler) konnte die Dramaturgin Dr. Brigitte Oels diesen Bereich durch den Aufbau von Schauspiel-Talenten und auch durch besondere (Muster-)-Aufführungen besonders prägen, die dann auch den Rahmen der Schule verlassen haben und unter anderem im Comoedienhaus Hanau oder dem damaligen Stadttheater Offenbach​ gezeigt wurden.
Es stand aber von Anfang an eine große Bühne mit einem vollständigen Vorrat an Römer-Kostümen zur Verfügung, da man sich schließlich in unmittelbarer Nähe des Limes befand.
Hier konnten Anja Pirling und Thomas Waldkircher wichtige erste Bühnenerfahrungen sammeln, die wir an anderer Stelle schon dargestellt haben.
 
Nach dem Abitur entschlossen sich jedenfalls beide zu einem Studium der Theaterwissenschaft in Verbindung mit Germanistik.
 
Anja Pirling hat das an am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft Goethe-Universität in Frankfurt/Main Thomas and der LMU in München begonnen.
Thomas Waldkircher zog es nach München, wo seine Familie ursprünglich hergekommen war, und studierte am Institut für Theaterwissenschaft der Ludwig-Maximilian-Universität München.
Erfahrungen mit dem Studium der Theaterwissenschaft.
Die Erfahrungen mit der Theaterwissenschaft waren aus verschiedenen Gründen eher unerfreulich, und entsprachen nicht den Erwartungen, die beide an ihr Studium hatten. Das soll hier im Moment nicht im Vordergrund stehen, wobei dieser Bereich aber später noch auszuführen sein wird.
Einstieg in die Praxis des Theaterlebens.
Jedenfalls lockte die Praxis des Theaterlebens beide schnell so stark, dass sie es kaum abwarten konnten, sich diesen besonderen Duft um die Nase wehen zu lassen.
Für Thomas begann das am Staatstheater Darmstadt mit Ibsen (Hedda Gabler), Brecht (Mutter Courage) und Shakespeare (König Lear). Regie führten Ansgar Haag, Jens Pesel und Gustav R. Sellner. Neben dem Schauspiel arbeitete er auch in der Oper, dort u.a. mit Harro Dicks und im Umfeld der Produktionen von Kurt Horres (Henzes "Prinz von Homburg" mit der jungen Barbara Bonney).
Anja zog es zum Spielen, und schnell stand sie u.a. als Eliza Doolittle in Pygmalion oder als Shen Te in "Der gute Mensch von Sezuan" selbst in großen Rollen auf der Bühne. Aber auch im Regiebereich sammelte Sie Erfahrungen als Regiehospitant u.a. am großen Düsseldorfer Schauspielhaus in "Die Welt ist rund" von Gertrude Stein.
Theaterwissenschaftliche 
Herangehensweise an Produktionen

An ihre ersten eigenen Theaterproduktionen gingen beide jedoch auf eine eigentlich wissenschaftliche Art und Weise heran, die sich regelmäßig durch das sorgfältige Studium der Sekündärliteraturstudium auf der einen Seite, und oft auch durch vollständige Übersetzung ganzer Stücke und durch eigene Bühnenbearbeitungen weit über das gewöhnliche Maß der Theaterarbeit hinausbewegte - und beide so mehr und mehr zu ihren eigenen Dramaturgen werden ließ.
Zu kurz kam dabei die eigene (auch kritische) Auseinandersetzung mit anderen Aufführungen oder Stücktexten. Was praktisch und in der Wirklichkeit eigentlich fast jeden Tag mit bestimmte, fand keinen Niederschlag in schriftlichen Äußerungen und Texten in diesem Bereich.​
Das könnte sich jetzt allmählich ändern. Im Rahmen der Weiterbildung durch das Studium der Skandinavistik in Berlin ist die Idee aufgetaucht, auch Stücktexte zu veröffentlichen, die mit Studien oder Begleitkommentaren zu diesen versehen sein können.
In diesem Herbst wird sich das einmal in der Beschäftigung mit dem frühen Ibsen-Stück "Das Hünengrab" niederschlagen, wie sie bereits auf der Seite zur Aufführung dieses Stücks beschrieben ist - und sich daneben in einem weiteren Projekt fortsetzen, dass sich Theaterstücke betrachtet, die im Zusammenhang mit der Reichsbildung Schwedens zwischen 1400 und 1800 stehen, und damit den Aufstieg und Niedergang Schwedens als europäischer Großmacht als Hintergrund haben.
Beides soll sich in theaterwissenschaftlichen Artikeln für Fachzeitschrifen niederschlagen, die auf den Unterseiten dieser Seite nach und nach entstehen.
Darüber hinaus wollen wir die eingangs angesprochenen Fragen versuchen zu beantworten, und damit den Besuchern dieser Seite etwas mehr über die Entstehung und das Wesen der Theaterwissenschaft zu berichten. Münden soll das in den Entwurf einer "Neuen alten Theaterwissenschaft", die die Medien- und Filmwissenschaft wieder aus diesem Bereich herausnimmt, und in der Grundlage auf den Entwurf für eine Theaterwissenschaft von Carl Niessen zurückkommt, der 1949 aufgrund der Kriegserlebnisse schrieb:

"Die Theaterwissenschaft vermag wie wenige andere Disziplinen das Verstehen der anderen Völker zu wecken. Sie vermag deutlich zu machen, wie verwandt der Kern aller Menschen ist, wie sie aus gleichen Sehnsüchten lieben, gleichen Kunsttrieben folgen, und wie sie Schönheit und Menschlichkeit suchen sollten, statt einander zu quälen, Blut zu vergießen und unwiederbringlich zu zerstören, was unantastbares Erbgut aller Lebenswürdigen sein sollte, d. h. der Menschen wahre Kultur".
(Quelle: Handbuch der Theater-Wissenschaft)
Kontakt:
Anja Waldkircher,
anjawaldkircher@mediasohg.com
Thomas Waldkircher
thomaswaldkircher@mediasohg.com

Anja Pirling als KLEINER PRINZ

Die theaterwissenschaftlichen Institute: 

In der folgenden Liste (die wir erst begonnen haben) wollen wir Ihnen einen Überblick über die theaterwissenschaftlichen Institute im deutschsprachigen Raum geben:

Hamburg 

Wien

Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft

© 2019 medias ohg verlag und produktion.

FOLGEN SIE UNS:

  • w-facebook
  • Twitter Clean