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WISSENSCHAFT
KLASSISCHE PHILOLOGIE
KALLIMACHOS
LYRISCHE FRAGMENTE
HYYMNE AN ZEUS

VIER LYRISCHE FRAGMENTE

Die Diegeseis platziert die folgenden vier lyrischen Fragmente zwischen die Iambi und die Hekale.

 

Drei davon werden bereits in der Antike mit jeweils eigenen Titeln zitiert, aber an keiner Stelle als Teil eines separaten Buches der ΜΕΛΗ des Kallimachos erwähnt.

Pfeiffer schlägt als Titel für das erste Gedicht vor:

  • Πρὸς τοὺς Ὡραίους, An die schönen Knaben.

Die drei anderen werden folgendermaßen bezeichnet: 
 

  • Πανννυχίς, Das Nachtfest

  • Ἐκθέωσις Ἀρσινόης, Die Vergöttlichung der Arsinoë

  • Βράγχος Branchus

Πρὸς τοὺς Ὡραίους

An schöne junge Männer (?)


Sie hatten ihre Riten vernachlässigt. Hypsipyle, die Tochter des Königs Thoas, regierte die Insel und empfing die Argonauten,

mit denen sie und ihre Frauen sich vereinigten, und so die Insel wieder bevölkerten. Die Ermahnung an die schönen Knaben in diesem Gedicht bleibt undeutlich. Sie kann entweder "carpite diem" lauten, denn auf das Glück folgt das Unglück, oder aber: Hütet euch vor vernachlässigten Frauen, denn sie können euch schaden.

Das Metrum ist phaläzisch, wahrscheinlich stichisch. Es gibt keine Hinweise auf die Länge oder das Datum des Gedichtes.

226 (vorhandenes Textfragment)

Ἡ Λῆμνος τὸ παλαιόν, εἴ τις ἄλλη

226 (Übersetzung)
Lemnos in der alten Zeit, wenn es jemals eine (glückliche) Insel gab, (war glücklich)...

Das Metrum ist epodisch, in der Antike als "vierzehnsilbig euripideisch" (Εὐριπίδειον τεσσερεσκαιδεκασύλλαβον) beschrieben. Es gibt keine Hinweise auf die Länge oder das Datum des Gedichts.

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Der Artemis-Hymnos des Kallimachos : Einleitung, Text, Übersetzung und Kommentar / von Zsolt Adorjáni

Satabi HH A 2021/318 /Insitituts-ZB Bc 74

Blick ins Buch

Callimachus revisited : new perspectives in Callimachean scholarship / edited by J.J.H. Klooster, M.A. Harder, R.F. Regtuit, G.C. Wakker 

Konferenzschrift der Tagung von Groningen 2017

Inhaltsangabe

Kinder und junge Helden : innovative Aspekte des Umgangs mit der literarischen Tradition bei Kallimachos / Annemarie Ambühl

Instituts-ZB Bc 85m

Callimachus II ; [papers of the Groningen Workshop on Hellenistic Poetry 6: Callimachus II, Groningen, 2002] / ed. by M.A. Harder ...

Instituts-ZB Bc 95

Inhaltsangabe

Die Grabepigramme des Kallimachos : Einführung, Text, Kommentar, Interpretation, Übersetzung / vorgelegt von Ulrich Hamm

Volltext Stabi-HH

Hymn to Zeus / Callimachus. Introd. and comm. by G. R. McLennan

Instituts-ZB Bc 69

ΕΚΘΕΩΣΙΣ ΑΡΣΙΝΟΗΣ

Die Vergöttlichung der Arsinoë

Das Gedicht ist eine Klage auf den plötzlichen Tod der Königin Arsinoë, der Schwester und Ehefrau von Ptolemaios II. Philadelphos. Der Titel Ektheosis Arsinoes ist in der Diegese festgehalten, in der auch von

der "Vergöttlichung der Arsinoë" die Rede ist. (Der Dichter) sagt, dass sie von den Dioskuren entführt wurde, und dass ihr zu Ehren in der Nähe des Emporion ein Altar und eine heilige Stätte errichtet wurden.

Hymne an Zeus

An Zeus!

Was sollte bei Trankopfern an Zeus besser besungen werden als der Gott selbst, mächtig in Ewigkeit, König in alle Zeit, Lenker der Pelagonier, Spender der Gerechtigkeit an die Söhne des Himmels?

Wie sollen wir ihn besingen - als Gebieter von Dicte oder von Lycaion? Meine Seele ist voller Zweifel, denn seine Geburt ist umstritten. Zeus, die einen sagen, du seist auf den Hügeln von Ida geboren; die anderen sagen, Zeus, du seist in Arkadien geboren; haben diese oder jene, Gott Vater, gelogen? Kreter sind allezeit Lügner. Ja, ein Grab, o Herre, haben dir die Kreter gebaut; doch du bist nicht gestorben, da du ewig bist.

In Parrhasia war es, dass Rheia dich trug, wo ein Hügel war, der mit dichtestem Strauchwerk geschützt war. Dort ist der heilige Ort, und kein Vierfüssler, der der Eileithyia bedarf, und keine Frau nähert sich ihm, und doch nennen ihn die Apidaner das Urgeburtshaus der Rheia. Als deine Mutter dich dort aus ihrem mächtigen Schoß abgelegt hatte, suchte sie sogleich nach einem Wasserlauf, mit dem sie sich von den Verunreinigungen der Geburt reinigen und deinen Körper waschen könnte.

Aber der mächtige Ladon floss damals noch nicht, auch nicht der Erymanthus, der klarste aller Flüsse; wasserlos war ganz Arkadien, und doch sollte es bald das gutbewässerte genannt werden. Denn zu jener Zeit, als Rhea ihren Gürtel löste, trug der wasserreiche Iaon so manche Hohleiche nach oben, und trug Melas so manchen Kranz, und so manche Schlange über dem Karnion, auch wenn er heute nass ist, warf seine Behausungen aus, und ein Mann ging zu Fuß über Krathis und die vielkieselige Metope, verdurstend, während das reichliche Wasser unter seinen Füßen lagerte.

Und in der Not sprach die Dame Rheia: "Liebe Erde, gebäre doch auch Du! Die Geburtswehen sind leicht. So sprach die Göttin, und indem sie ihren großen Arm in die Höhe hob, schlug sie gegen den Berg mit ihrem Stab, und er riss vor ihr entzwei und ergoss eine mächtige Flut. Darin, oh Herr, reinigte sie ihren Körper und hüllte dich in Windeln,

und gab dich der Neda, damit sie dich in die kretische Höhle trage, auf dass du dort heimlich aufgezogen würdest: Neda, die Älteste der Nymphen, die damals an ihrem Bett standen, gebar am frühesten nach Styx und Philyra. Und keine unnütze Gunst erwies ihr die Göttin, sondern nannte jenen Strom Neda, der, wie ich weiß, in großer Flut bei der Stadt der Kaukasier, die Lepreion heißt, seinen Strom mit Nereus vermischt, und dessen Ur-Wasser der Sohn des Bären, die Tochter des Lykaon, trinkt.

Als die Nymphe, die dich trug, o Vater Zeus, nach Cnosus hin, Thenae verließ - denn Thenae liegt nahe bei Cnosus -, da fiel auch dein Nabel ab, o Gott; daher nennen die Cydonier diese Ebene die Ebene des Nabels.

Dich aber, o Zeus, nahmen die Gefährten der Kyrbanten in ihre Arme, auch die Diktäischen Meliae, und Adrasteia legte dich in eine goldene Wiege, und du saugtest an der reichen Zitze der Ziegenmutter Amaltheia und aßest dazu die süße Honigwabe. Denn plötzlich erschien auf den Hügeln von Ida, die die Menschen als Panacra bezeichnen, das Werk der Panacrianischen Biene.

Und lustig um dich herum tanzten die Cureten einen Kriegstanz und schlugen auf ihre Rüstungen ein, so dass Cronus mit seinen Ohren das Geklinge der Schilde hören konnte, nicht aber deinen kindlichen Lärm.
Schön wuchsst du, o himmlischer Zeus, und schön wurdest du genährt, und schnell wuchsest du auf zum Manne, und schnell stand dir der Flaum auf der Wange. Doch schon als Kind ersannst du alle die Werke vollkommener Größe. Darum haben die dir Verwandten, wenn auch von früherem Geschlecht, niemals missgönnt, dass du den Himmel als deinen Wohnsitz zu haben solltest.

Denn sie sagten, dass das Los den Söhnen des Kronos ihre drei verschiedenen Wohnsitze zugewiesen habe. Wer aber würde das Losteil für Olympos und Hades wohl ziehen - außer einem Toren? Für gleiche Chance sollte man die Lose werfen; aber diese sind weltweit entfernt. Wenn ich Erfundenes spreche, so sei es so erfunden, dass das Ohr des Zuhörers überzeugt wird! Du wurdest zum Herrscher der Götter nicht durch das Los, sondern durch die Taten deiner Hände, deine Macht und die Kraft, die du neben den Thron dir gestellt hast. Und den vorzüglichsten aller Vögel hast du zum Boten deiner Gesänge gemacht; geliebt bei meinen Freunden sei der Gesang, den du zeigst!

Und du wähltest das Vortrefflichste unter den Menschen - nicht den Schiffskundigen, nicht den Schildträger, nicht den Minnesänger: diese hast du den geringeren Göttern gelassen, andere Sorgen den anderen. Aber die Herrscher der Städte hast du selbst erwählt, in deren Hand nun die Herrschaft des Bodens liegt, den Geschickten in der Lanzenspitze, den Ruderer, ja, alles, was es nur gibt: Was gibt es, das nicht unter der Herrschaft des Herrschers steht? So sagen wir, der Schmied gehöre Hephaistos, der Ares den Kriegern;

der Artemis der Chiton, die Jäger; dem Phöbus, der die Melodien der Leier gut kennt. Von Zeus aber kommen uns die Könige; denn nichts ist göttlicher als die Könige des Zeus. Darum hast du sie zu deinem eigenen Los erwählt und ihnen Städte zur Bewachung gegeben. Und dich selbst auf die Höhen der Städte gesetzt, um zu sehen, wie sie ihr Volk mit krummen Verurteilungen regieren und wer anders regiert. Und du hast sie reichlich mit Reichtum und Wohlstand beschenkt; sie alle, jedoch nicht in gleichem Maße. Jeder kann gut nach unserem Herrscher urteilen, da er hat alle anderen klar überflügelt hat.

Am Abend vollbringt er, woran er am Morgen denkt; ja, am Abend das Größte, aber das Kleinste, schon sobald er es denkt. Die andern aber brauchen für manches ein Jahr, und manches gelingt ihnen nicht einmal in einem; bei andern wiederum vereitelst du alles ganz, sogar das Vollbringen und vereitelst ihr Streben.

Sei gegrüßt! Sei gegrüßt! Du höchster Sohn des Kronos, Spender des Guten, Spender der Sicherheit. Deine Werke, wer kann sie besingen? Es hat keinen gegeben und wird keinen geben, der die Werke des Zeus besingen könnte. Sei gegrüßt! Vater, sei vielfach gegrüßt! Und gewähre uns Güte und Wohlstand. Ohne Güte wird Reichtum die Menschen nicht segnen, noch die Güte ohne den Wohlstand. So gib uns Güte und Wohl!

Was sollte bei Trankopfern an Zeus besser besungen werden als der Gott selbst, mächtig in Ewigkeit, König in alle Zeit, Lenker der Pelagonier, Spender der Gerechtigkeit an die Söhne des Himmels?

Wie sollen wir ihn besingen - als Gebieter von Dicte oder von Lycaion? Meine Seele ist voller Zweifel, denn seine Geburt ist umstritten. Zeus, die einen sagen, du seist auf den Hügeln von Ida geboren; die anderen sagen, Zeus, du seist in Arkadien geboren; haben diese oder jene, Gott Vater, gelogen? Kreter sind allezeit Lügner. Ja, ein Grab, o Herre, haben dir die Kreter gebaut; doch du bist nicht gestorben, da du ewig bist.

In Parrhasia war es, dass Rheia dich trug, wo ein Hügel war, der mit dichtestem Strauchwerk geschützt war. Dort ist der heilige Ort, und kein Vierfüssler, der der Eileithyia bedarf, und keine Frau nähert sich ihm, und doch nennen ihn die Apidaner das Urgeburtshaus der Rheia. Als deine Mutter dich dort aus ihrem mächtigen Schoß abgelegt hatte, suchte sie sogleich nach einem Wasserlauf, mit dem sie sich von den Verunreinigungen der Geburt reinigen und deinen Körper waschen könnte.

Aber der mächtige Ladon floss damals noch nicht, auch nicht der Erymanthus, der klarste aller Flüsse; wasserlos war ganz Arkadien, und doch sollte es bald das gutbewässerte genannt werden. Denn zu jener Zeit, als Rhea ihren Gürtel löste, trug der wasserreiche Iaon so manche Hohleiche nach oben, und trug Melas so manchen Kranz, und so manche Schlange über dem Karnion, auch wenn er heute nass ist, warf seine Behausungen aus, und ein Mann ging zu Fuß über Krathis und die vielkieselige Metope, verdurstend, während das reichliche Wasser unter seinen Füßen lagerte.

Und in der Not sprach die Dame Rheia: "Liebe Erde, gebäre doch auch Du! Die Geburtswehen sind leicht. So sprach die Göttin, und indem sie ihren großen Arm in die Höhe hob, schlug sie gegen den Berg mit ihrem Stab, und er riss vor ihr entzwei und ergoss eine mächtige Flut. Darin, oh Herr, reinigte sie ihren Körper und hüllte dich in Windeln,

und gab dich der Neda, damit sie dich in die kretische Höhle trage, auf dass du dort heimlich aufgezogen würdest: Neda, die Älteste der Nymphen, die damals an ihrem Bett standen, gebar am frühesten nach Styx und Philyra. Und keine unnütze Gunst erwies ihr die Göttin, sondern nannte jenen Strom Neda, der, wie ich weiß, in großer Flut bei der Stadt der Kaukasier, die Lepreion heißt, seinen Strom mit Nereus vermischt, und dessen Ur-Wasser der Sohn des Bären, die Tochter des Lykaon, trinkt.

Als die Nymphe, die dich trug, o Vater Zeus, nach Cnosus hin, Thenae verließ - denn Thenae liegt nahe bei Cnosus -, da fiel auch dein Nabel ab, o Gott; daher nennen die Cydonier diese Ebene die Ebene des Nabels.

Dich aber, o Zeus, nahmen die Gefährten der Kyrbanten in ihre Arme, auch die Diktäischen Meliae, und Adrasteia legte dich in eine goldene Wiege, und du saugtest an der reichen Zitze der Ziegenmutter Amaltheia und aßest dazu die süße Honigwabe. Denn plötzlich erschien auf den Hügeln von Ida, die die Menschen als Panacra bezeichnen, das Werk der Panacrianischen Biene.

Und lustig um dich herum tanzten die Cureten einen Kriegstanz und schlugen auf ihre Rüstungen ein, so dass Cronus mit seinen Ohren das Geklinge der Schilde hören konnte, nicht aber deinen kindlichen Lärm.
Schön wuchsst du, o himmlischer Zeus, und schön wurdest du genährt, und schnell wuchsest du auf zum Manne, und schnell stand dir der Flaum auf der Wange. Doch schon als Kind ersannst du alle die Werke vollkommener Größe. Darum haben die dir Verwandten, wenn auch von früherem Geschlecht, niemals missgönnt, dass du den Himmel als deinen Wohnsitz zu haben solltest.

Denn sie sagten, dass das Los den Söhnen des Kronos ihre drei verschiedenen Wohnsitze zugewiesen habe. Wer aber würde das Losteil für Olympos und Hades wohl ziehen - außer einem Toren? Für gleiche Chance sollte man die Lose werfen; aber diese sind weltweit entfernt. Wenn ich Erfundenes spreche, so sei es so erfunden, dass das Ohr des Zuhörers überzeugt wird! Du wurdest zum Herrscher der Götter nicht durch das Los, sondern durch die Taten deiner Hände, deine Macht und die Kraft, die du neben den Thron dir gestellt hast. Und den vorzüglichsten aller Vögel hast du zum Boten deiner Gesänge gemacht; geliebt bei meinen Freunden sei der Gesang, den du zeigst!

Und du wähltest das Vortrefflichste unter den Menschen - nicht den Schiffskundigen, nicht den Schildträger, nicht den Minnesänger: diese hast du den geringeren Göttern gelassen, andere Sorgen den anderen. Aber die Herrscher der Städte hast du selbst erwählt, in deren Hand nun die Herrschaft des Bodens liegt, den Geschickten in der Lanzenspitze, den Ruderer, ja, alles, was es nur gibt: Was gibt es, das nicht unter der Herrschaft des Herrschers steht? So sagen wir, der Schmied gehöre Hephaistos, der Ares den Kriegern;

der Artemis der Chiton, die Jäger; dem Phöbus, der die Melodien der Leier gut kennt. Von Zeus aber kommen uns die Könige; denn nichts ist göttlicher als die Könige des Zeus. Darum hast du sie zu deinem eigenen Los erwählt und ihnen Städte zur Bewachung gegeben. Und dich selbst auf die Höhen der Städte gesetzt, um zu sehen, wie sie ihr Volk mit krummen Verurteilungen regieren und wer anders regiert. Und du hast sie reichlich mit Reichtum und Wohlstand beschenkt; sie alle, jedoch nicht in gleichem Maße. Jeder kann gut nach unserem Herrscher urteilen, da er hat alle anderen klar überflügelt hat.

Am Abend vollbringt er, woran er am Morgen denkt; ja, am Abend das Größte, aber das Kleinste, schon sobald er es denkt. Die andern aber brauchen für manches ein Jahr, und manches gelingt ihnen nicht einmal in einem; bei andern wiederum vereitelst du alles ganz, sogar das Vollbringen und vereitelst ihr Streben.

Sei gegrüßt! Sei gegrüßt! Du höchster Sohn des Kronos, Spender des Guten, Spender der Sicherheit. Deine Werke, wer kann sie besingen? Es hat keinen gegeben und wird keinen geben, der die Werke des Zeus besingen könnte. Sei gegrüßt! Vater, sei vielfach gegrüßt! Und gewähre uns Güte und Wohlstand. Ohne Güte wird Reichtum die Menschen nicht segnen, noch die Güte ohne den Wohlstand. So gib uns Güte und Wohl!

εἰς Δία


Ζηνὸς ἔοι τί κεν ἄλλο παρὰ σπονδῇσιν ἀείδειν
λώιον  θεὸν αὐτόνἀεὶ μέγαναἰὲν ἄνακτα,
Πηλαγόνων 1 ἐλατῆραδικασπόλον οὐρανίδῃσι;
πῶς καί μινΔικταῖον ἀείσομεν ἠὲ Λυκαῖον;
5ἐν δοιῇ μάλα θυμόςἐπεὶ γένος ἀμφήριστον.
Ζεῦσὲ μὲν Ἰδαίοισιν ἐν οὔρεσί φασι γενέσθαι,
Ζεῦσὲ δ᾽ ἐν Ἀρκαδίῃπότεροιπάτερἐψεύσαντο;
Κρῆτες ἀεὶ ψεῦσται:’ καὶ γὰρ τάφον ἄνασεῖο
Κρῆτες ἐτεκτήναντοσὺ δ᾽ οὐ θάνεςἐσσὶ γὰρ αἰεί. [p. 38]
10ἐν δέ σε Παρρασίῃ 2 Ῥείη τέκενἧχι μάλιστα
ἔσκεν ὄρος θάμνοισι περισκεπέςἔνθεν  χῶρος
ἱερόςοὐδέ τί μιν κεχρημένον Εἰλειθυίης
ἑρπετὸν οὐδὲ γυνὴ ἐπιμίσγεταιἀλλά  Ῥείης
ὠγύγιον καλέουσι λεχώιον Ἀπιδανῆες.
15ἔνθα σ᾽ ἐπεὶ μήτηρ μεγάλων ἀπεθήκατο κόλπων
αὐτίκα δίζητο ῥόον ὕδατος κε τόκοιο
λύματα χυτλώσαιτοτεὸν δ᾽ ἐνὶ χρῶτα λοέσσαι.


Λάδων ἀλλ᾽ οὔπω μέγας ἔρρεεν οὐδ᾽ Ἐρύμανθος,
λευκότατος ποταμῶνἔτι δ᾽ ἄβροχος ἦεν ἅπασα
20Ἀρκαδίημέλλεν δὲ μάλ᾽ εὔυδρος καλέεσθαι
αὖτιςἐπεὶ τημόσδεῬέη ὅτ᾽ ἐλύσατο μίτρην,
 πολλὰς ἐφύπερθε σαρωνίδας ὑγρὸς Ἰάων
ἤειρενπολλὰς δὲ Μέλας ὤκχησεν ἁμάξας,
πολλὰ δὲ Καρνίωνος 3 ἄνω διεροῦ περ ἐόντος
25ἰλυοὺς ἐβάλοντο κινώπετανίσσετο δ᾽ ἀνὴρ
πεζὸς ὑπὲρ Κρᾶθίν τε πολύστιόν 4 τε Μετώπην
διψαλέοςτὸ δὲ πολλὸν ὕδωρ ὑπὸ ποσσὶν ἔκειτο.
καί ῥ᾽ ὑπ᾽ ἀμηχανίης σχομένη φάτο πότνια Ῥείη: [p. 40]
Γαῖα φίλητέκε καὶ σύτεαὶ δ᾽ ὠδῖνες ἐλαφραί.’
30εἶπε καὶ ἀντανύσασα θεὴ μέγαν ὑψόθι πῆχυν
πλῆξεν ὄρος σκήπτρῳτὸ δέ οἱ δίχα πουλὺ διέστη,
ἐκ δ᾽ ἔχεεν μέγα χεῦματόθι χρόα φαιδρύνασα,
ὦνατεὸν σπείρωσεΝέδῃ δέ σε δῶκε κομίζειν 5
κευθμὸν ἔσω Κρηταῖονἵνα κρύφα παιδεύοιο,
35πρεσβυτάτῃ Νυμφέων αἵ μιν τότε μαιώσαντο,
πρωτίστῃ γενεῇ 6 μετά γε Στύγα τε Φιλύρην τε.
οὐδ᾽ ἁλίην ἀπέτεισε θεὴ χάρινἀλλὰ τὸ χεῦμα
κεῖνο Νέδην ὀνόμηνετὸ μέν ποθι πουλὺ κατ᾽ αὐτὸ
Καυκώνων πτολίεθρον Λέπρειον 7 πεφάτισται,
40συμφέρεται Νηρῆιπαλαιότατον δέ μιν ὕδωρ
υἱωνοὶ 8 πίνουσι Λυκαονίης ἄρκτοιο.
εὖτε Θενὰς ἀπέλειπεν ἐπὶ Κνωσοῖο φέρουσα,
Ζεῦ πάτερ Νύμφη σε Θ̔εναὶ δ᾽ ἔσαν ἐγγύθι Κνωσοὖ,
τουτάκι τοι πέσεδαῖμονἄπ᾽ ὀμφαλόςἔνθεν ἐκεῖνο
45ὀμφάλιον μετέπειτα πέδον καλέουσι Κύδωνες.
Ζεῦσὲ δὲ Κυρβάντων ἑτάραι προσεπηχύναντο [p. 42]
Δικταῖαι Μελίαισὲ δ᾽ ἐκοίμισεν Ἀδρήστεια
λίκνῳ 9 ἐνὶ χρυσέῳδὺ δ᾽ ἐθήσαο πίονα μαζὸν
αἰγὸς Ἀμαλθείηςἐπὶ σὲ γλυκὺ κηρίον ἔβρως.
50γέντο γὰρ ἐξαπιναῖα Πανακρίδος ἔργα μελίσσης
Ἰδαίοις ἐν ὄρεσσιτά τε κλείουσι Πάνακρα.
οὖλα δὲ Κούρητές σε περὶ πρύλιν ὠρχήσαντο
τεύχεα πεπηήγοντες10 ἵνα Κρόνος οὔασιν ἠχὴν
ἀσπίδος εἰσαΐοι καὶ μή σεο κουρίζοντος.
55καλὰ μὲν ἠέξευκαλὰ δ᾽ ἔτραφεςοὐράνιε Ζεῦ,
ὀξὺ δ᾽ ἀνήβησαςταχινοὶ δέ τοι ἦλθον ἴουλοι.
ἀλλ᾽ ἔτι παιδνὸς ἐὼν ἐφράσσαο πάντα τέλεια:
τῶ τοι καὶ γνωτοὶ προτερηγενέες περ ἐόντες
οὐρανὸν οὐκ ἐμέγηραν ἔχειν ἐπιδαίσιον οἶκον.
60δηναιοὶ δ᾽ οὐ πάμπαν ἀληθέες ἦσαν ἀοιδοί.
φάντο πάλον Κρονίδῃσι διάτριχα δώματα νεῖμαι:
τίς δέ κ᾽ ἐπ᾽ Οὐλύμπῳ τε καὶ Ἄιδι κλῆρον ἐρύσσαι,
ὃς μάλα μὴ νενίηλοςἐπ᾽ ἰσαίῃ γὰρ ἔοικε
πήλασθαιτὰ δὲ τόσσον ὅσον διὰ πλεῖστον ἔχουσι.
65ψευδοίμην ἀίοντος  κεν πεπίθοιεν ἀκουήν.
οὔ σε θεῶν ἐσσῆνα πάλοι θέσανἔργα δὲ χειρῶν, [p. 44]
σή τε βίη τό τε κάρτος καὶ πέλας εἵσαο δίφρου.
θήκαο δ᾽ οἰωνῶν μέγ᾽ ὑπείροχον ἀγγελιώτην
σῶν τεράων τ᾽ ἐμοῖσι φίλοις ἐνδέξια φαίνοις.
70εἵλεο δ᾽ αἰζηῶν  τι φέρτατονοὐ σύ γε νηῶν
ἐμπεράμουςοὐκ ἄνδρα σακέσπαλονοὐ μὲν ἀοιδόν:
ἀλλὰ τὰ μὲν μακάρεσσιν ὀλίζοσιν αὖθι παρῆκας
ἄλλα μέλειν ἑτέροισισὺ δ᾽ ἐξέλεο πτολιάρχους
αὐτούςὧν ὑπὸ χεῖρα γεωμόροςὧν ἴδρις αἰχμῆς,
75ὧν