PEOPLE

Wir finden es ermutigend, wenn einzelne Menschen und deren persönliches Interesse die Welt prägen können. Solche Menschen stellen wir auf diesen Seiten vor.

Prof. Michael Davies, Professor für Philiosophie
Michael Davis, Professor für Philosophie, hat im Herbstsemester 2018 am Sarah Lawrence College Vorlesungen zur Geschichte der griechischen Tragödie gehalten. Alle 28 Vorlesungen des Kurses können mit Hilfe der nebenstehenden YouTube-Wiedergabeliste angesehen werden.
Davis arbeitet hauptsächlich in der griechischen Philosophie, in der moralischen und politischen Philosophie und in dem, was man die "Poetik" der Philosophie nennen könnte. Er ist zusammen mit Seth Benardete der Übersetzer von Aristoteles' "Über die Poetik" und hat über eine Vielzahl von Philosophen von Platon bis Heidegger und über literarische Persönlichkeiten von Homer und den griechischen Tragödien bis hin zu Saul Bellow und Tom Stoppard geschrieben.

Die griechische Tragödie wird seit 2500 Jahren aufgeführt, gelesen, nachgeahmt und interpretiert. Von Anfang an hielt man sie für philosophisch bedeutsam - irgendwie wies sie auf die Wahrheit des menschlichen Lebens als Ganzes hin (der Ausdruck "Tragödie des Lebens" taucht erstmals bei Platon auf). Als literarische Form wird sie vor allem von Aristoteles, Hegel, Nietzsche und Heidegger für philosophisch aufschlussreich gehalten, um nur einige zu nennen. Unter anderem schrieben Seneca, Corneille, Racine, Voltaire, Goethe, Shelley, O'Neill und Sartre Fassungen griechischer Tragödien. Und natürlich gibt es auch Freud. Die griechische Tragödie untersucht die grundlegenden Dinge auf fundamentale Weise. Gerechtigkeit, Familie, Schuld, Gesetz, Autonomie, Sexualität, politisches Leben, das Göttliche - das sind ihre Themen. Die folgenden Vorträge behandeln jeweils drei Stücke der großen Athener Tragödien - Aischylos, Sophokles und Euripides - und haben das Ziel zu verstehen, wie sie mit diesen Themen und mit der Frage nach der Bedeutung und dem Wesen der Tragödie selbst umgehen.

Vortrag 1: Einführung
Vortrag 2: Aischylos' Agamemnon
Vortrag 3: Agamemnon
Vortrag 4: Aischylos' Befreiungsträger
Vortrag 5: Aischylos' Eumeniden
Vortrag 6: Eumenides
Vortrag 7: Eumenides
Vortrag 8: Eumenides
Vortrag 9: Eumenides
Vortrag 10: Sophokles' Ödipus Tyrannus
Vortrag 11: Ödipus Tyrannus
Vortrag 12: Ödipus Tyrannus
Vortrag 13: Sophokles' Ödipus bei Kolonus
Vortrag 14: Ödipus bei Kolonus
Vortrag 15: Ödipus bei Kolonus
Vortrag 16: Ödipus bei Kolonus
Vortrag 17: Sophokles' Antigone
Vortrag 18: Antigone
Vortrag 19: Antigone
Vortrag 20: Die Bakchen von Euripides
Vortrag 21: Bakchen
Vortrag 22: Euripides' Iphigenie bei den Tauriern
Vortrag 23: Iphigenie bei den Tauriern
Vortrag 24: Iphigenie bei den Tauriern
Vortrag 25: Iphigenie bei den Tauriern
Vortrag 26: Euripides' Hippolytos
Vortrag 27: Hippolytos
Vortrag 28: Schlussfolgerung

Aktuell im Herbst 2020:

The philosophy of tragedy: Elektra

Es gibt nur eine einzige Geschichte, über die Tragödien aller drei großen griechischen Tragödiendichter existieren: die Ermordung von Klytaimnestra, um ihren Mord an Agamemnon zu rächen. Wir werden alle drei Stücke lesen: Aischylos: Die Choephoren, Sophokles: Elektra und Euripides: Elektra - unter besonderer Berücksichtigung der Beziehung zwischen Elektra und Orestes als Mitverschwörer in der Verschwörung gegen Klytaimnestra. Jedes Stück befasst sich mit der Frage der Gerechtigkeit in ihrer Beziehung zu einem politischen Leben. Insofern sein Prinzip Gerechtigkeit ist, weist das politische Leben in Richtung Universalität. Insofern seine Existenz davon abhängt, einige von seinen Grenzen auszuschließen, muss es seine Besonderheit behaupten. Zum politischen Leben gehört es, die Mitbürger nach universellen Prinzipien zu behandeln, denn sie sind wie eine Familie. Wir wollen, dass unsere Polis gut ist, aber wir wollen, dass sie gut ist, weil es die unsere ist. In der griechischen Tragödie wird dieses problematische Miteinander des Guten und des Eigenen immer wieder als Spannung zwischen der Polis und der Familie dargestellt - was wiederum als Spannung zwischen männlichen und weiblichen Prinzipien zum Ausdruck kommt. All diese Themen sind in allen drei Stücken präsent, aber auf ganz unterschiedliche Weise. Wir werden sie im Hinblick auf das Verständnis der Bedeutung dieser Unterschiede lesen.

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