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Denis Diderot
Philosophische Gedanken

Einleitende Vorbemerkungen

zu den "Pensées philosophiques"

aus "Oeuvres complètes, comprenant tout ce qui a été publié à diverses époques et tous les manuscrits inédits conservés à la bibliothèque de l'Ermitage, revues sur les éditions originales, accompagnées de notices, notes, table analytique et suivies d'une étude sur Diderot et le mouvement philosophique au 18e siècle"
Paris, Garnier, 1752-54

Hrsg. v. Jules Assézat u. Maurice Tourneux (S. 125f.)

Die Philosophischen Gedanken (Pensées philosophiques) wurden wie es heißt von Karfreitag bis Ostermontag des Jahres 1746 verfasst. Die 50 Louis, die sie dem Autor einbrachten, waren für Madame de Puisieux bestimmt, wie wir heute wissen, die durch ihre wiederholten Forderungen den schöpferischen Elan von Diderot stark anregte, und so eine gewisse Anerkennung verdient.

Ein Urteil des Pariser Parlaments vom 7. Juli 1746 verurteilte das kleine Bändchen dennoch zur Verbrennung im Feuer.

Es ist bekannt, dass solche Verurteilungen in der Regel nur "en effigie" (etwa: als Bildnis) ausgeführt wurden, und dass an Stelle des Buches selbst wertlose alte Papiere verbrannt wurden: die Ausgabe von 1746 ist daher kein seltenes Buch: sie ist mit einem hübschen, unsignierten Frontispiz im Stil eines Eisens geschmückt, das die Wahrheit darstellt, die ihre Maske vor dem Aberglauben abnimmt, der über eine Sphinx und einen Drachen gestürzt ist, und ihr zerbrochenes Zepter in der Hand hält, während ihre Krone auf den Boden rollt.

Die Arbeit fand große Resonanz. Sie erschien 1757 erneut unter dem Titel "Étrennes aux Esprits forts. Avec une Épître en vers à un philosophe. Chez Porphyr, in-18"  [[Fremde Frauen mit starkem Geist", mit einem Brief in Versen an einen Philosophen. Bei Porphyry's, in 18]]

Eine Ausgabe mit ebendiesem Titel war, wie es scheint, bereits 1746 erschienen, und war Voltaire zugeschrieben worden. Eine weitere Ausgabe mit dem Datum 17008 (sic), London, enthält Notizen, die nicht von Diderot stammen.

 

Noch eine weitere Ausgabe erscheint in London (Amsterdam) im Jahr 1777 in Französisch und Italienisch, und trägt den Titel "Entretien d'un philosophe avec Madame la duchesse de ***" [[Interview eines Philosophen mit der Herzogin von ***]], und wird als posthume Arbeit von Thomas Crudeli dargestellt.

 

Schließlich wurde 1801 der erste und einzige Band einer Apokalypse der Vernunft erneut der Wiedergabe dieser Gedanken gewidmet.

In diesem Zusammenhang kam es zu zahlreichen Kontroversen. Man kann zitieren: Pensées philosophiques (von Diderot) und Pensées chrétiennes (von Georges de Polier) mises en parallèle, La Haye, 1746, in-12; Diderots Werk wird La Mettrie zugeschrieben, der sich dagegen verteidigte; und Pensées raisonnables opposées aux Pensées philosophiques, von Formey, Berlin (Amsterdam) 1749, 1756, in-8°. Voltaire lässt ihn in einem angeblichen Brief aus Formey sagen: "Ich erfahre, dass ein Gelehrter aus Wittemberg gegen meinen Titel geschrieben hat, und dass er darin einen doppelten Fehler findet. »

Ein weiteres Opuskel, das der Jesuit P. Senemaud unter dem Titel Pensées philosophiques d'un citoyen de Montmartre (1756, in-12) verfasst hat, wird in Grimms Korrespondenz eher schlecht behandelt. 1761 erschienen in Den Haag philosophische Gedanken zu verschiedenen Themen, mit dieser Inschrift: Utimur exemplis. Der Autor ist nicht bekannt. Das Werk enthält 104 Gedanken, die durch die Paraphrase von Diderot widerlegt werden.

Es gab auch: Briefe über die Schrift mit dem Titel Philosophische Gedanken und über das Manierenbuch, 1749, in-12. Der Autor malt das Werk als "gefährlich und verführerisch" und sagt als Schlussfolgerung: "Ich schließe damit, dass ich mich beim Autor der Philosophischen Gedanken über die Zeit beschwere, die er mit ihrer Zusammenstellung vergeudet hat ... Ich wünschte, dieser Philosoph in Tempera würde sich herablassen, den Traktat über die wahre Religion in fünf Bänden mit all der Aufmerksamkeit zu lesen, zu der er meiner Meinung nach nicht ganz unfähig ist. "Nun, der Verfasser des Traktats ist derselbe wie der der Briefe: P. Ilharat de la Chambre, und wir sahen, dass Diderot ihn gelesen hatte, da er ihn im Essai sur le mérite et la vertu mehrmals zitiert. Dies beweist, dass der Abt die Kraft seiner Dialektik ein wenig übertrieben hat.

Abgesehen von diesen direkten und vielleicht etwas heftigen Kritiken gab es lange Zeit auf jeder Seite, in den Flugblättern und in den gegen die Enzyklopädisten gerichteten Zeitungen Anspielungen auf philosophische Gedanken. Palissot zeichnete sich vor allem in diesem Scharmützelkrieg aus, und nichts kommt seinem Zorn gegen die Präambel der Pensées gleich, außer seiner Wut auf das erste Wort der Interpretation der Natur.

Wie man sehen wird, ist Diderot noch nicht da, was Naigeon tut: von allem Aberglauben gesäubert. Er ist immer noch ein Deist; er ist nur darauf bedacht, zwischen seinem Gott und dem der Anhänger zu unterscheiden. Er las damals Bayle, und dem Beispiel dieses Skeptikers folgend, der für die Verteidiger der Kirche ebenso viele Argumente lieferte wie für seine Feinde, hatte er sich angewöhnt, nicht selbst zu entscheiden, sondern den Leser auf die Seite gleiten zu lassen, auf die ihn seine Neigung führte, nachdem er ihm beide Wege gezeigt hatte. Wir werden die Argumente gegen den Atheismus, die er bereits in den Notizen des Aufsatzes über Verdienste und Tugenden verwendet hatte, wieder finden (insbesondere die Gedanken xxii und xxiii).

Wir werden in den Ansichten sogar ein Glaubensbekenntnis des Katholizismus finden, das die Richter, die das Werk verurteilten, zum Nachdenken hätte anregen sollen, das aber nicht ausreichte, um sie zu entwaffnen.

https://fr.wikisource.org/wiki/Pens%C3%A9es_philosophiques/Notice_pr%C3%A9liminaire

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