Für Besucher der medias Verlagsseiten bieten wir gleich auf den ersten Seiten selten zu hörende Werke für die Freunde der Oper an. Heute stellen wir eine frühe Oper des französischen Komponisten Jean-Philippe Rameau aus dem Jahr 1733 vor, das den Titel "Hipoolyte et Aricie"trägt.

Viel Vergnügen!

Rameau: Hippolyte et Aricie, opera in five acts
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Sarah Connolly: Phèdre
Anne-Catherine Gillet: Aricie
Andrea Hill: Diane
Jaël Azzaretti: L'Amour / Une Prêtresse / Une Matelote
Salomé Haller: Oenone
Marc Mauillon: Tisiphone
Auré: La Grande Prêtresse de Diane / Une Chasseresse / Une Prêtress
Topi Lehtipuu: Hippolyte
Stéphane Degout: Thésée
François Lis: Pluton / Jupiter
Aimery Lefèvre: Arcas / Deuxième
Manuel Nunez Camelino: Un Suivant / Mercure
Jerome Varnier: Neptune / Troisième Parque

Le Concert d'Astrée
Conducted by Emmanuelle Haïm

 Über Rameau zur Entstehungszeit der Oper:

 

Bis zum Alter von fünfzig Jahren hatte sich sein kompositorisches Schaffen auf einige Kantaten, Motetten, Bühnenmusiken und drei Sammlungen von Cembalostücken beschränkt. Die beiden letzten dieser Sammlungen wiesen jedoch eine große Originalität auf und platzierten Rameau unter die Besten seiner Zunft in Frankreich.

 

1723 begann eine Zusammenarbeit Rameaus mit dem Schriftsteller Alexis Piron. Er schrieb seine ersten Bühnenmusiken zu vier von dessen Komödien. Allerdings sind keine dieser Kompositionen erhalten geblieben.

Nach mehreren Misserfolgen gelang es Rameau 1733, sein erstes szenisches Werk aufzuführen, das Operndrama Hippolyte et Aricie nach Jean Racines Tragödie "Phèdre". Dieses Werk steht in der Tradition von Jean-Baptiste Lully, wobei es diesen in seinem musikalischen Reichtum jedoch bei weitem übertrifft. Ein Zeitgenosse merkte an, „diese Oper enthält genügend Musik, um daraus zehn zu schaffen“.
 

Die „Lullysten“ fanden diese Musik jedoch zu modern, während hingegen Rameaus Anhänger, die „Ramisten“, sie genial fanden. Die Uraufführung wurde äußerst zurückhaltend aufgenommen, der Erfolg stellte sich jedoch danach unmittelbar ein. Rameau erntete den höchsten Ruhm und wurde von Ludwig XV. in den Adelsstand erhoben, zum Kabinettskomponisten ernannt und erhielt eine Pension von 2.000 Livres.

 

Mit weiteren Opern, heroische Werken, Ballettmusiken und mehr folgten Werk auf Werk bis zu seinem Tode. Rameau wechselte sehr häufig seine Librettisten, fand jedoch mit seinem Anspruchsdenken keinen, der einen der Qualität seiner Musik entsprechenden Text schreiben konnte. Gleichzeitig war er unermüdlich mit theoretischen Arbeiten beschäftigt und bestrebt, seinen Prinzipien Geltung zu schaffen, die später die Grundlage der Harmonielehre bilden sollten.

Zum Inhalt:

Phaidra, die zweite Frau des Königs Theseus von Athen, liebt ihren Stiefsohn Hippolyte. Hippolyte erwidert ihre Liebe nicht, sondern begehrt Aricie (Arikia), die Tochter des zuvor getöteten Königs Pallas.

Theseus folgt seinem Freund Peirithous in die Unterwelt. Dieser wird dort festgehalten, weil er versucht hat, die Frau des Hades, Proserpina, zu entführen.

Nach dem Verschwinden von Theseus verbannt Phaidra Aricie in den Tempel der keuschen Diana-Priesterinnen. Als ihre Rivalin verbannt ist, gesteht sie Hippolyte ihre Liebe, aber Hippolyte weist sie zurück. Phaidra überreicht ihrem Stiefsohn daraufhin ein Schwert, mit dem er sie töten soll. In diesem Moment tritt Theseus ein, der aus der Unterwelt zurückgekehrt ist. Der edelmütige Hippolyte verzichtet darauf, Phaidra anzuklagen, gerät nun aber selbst unter Verdacht, denn Oenone, die Amme von Phaidra, erklärt die Situation mit einer Lüge. Sie behauptet, dass Hippolyte seine Stiefmutter töten wollte, weil sie ihn zurückgewiesen habe.

Theseus bittet nun seinen Vater, den Meeresgott Neptun, Hippolyte zu vernichten. Ein großes Seemonster erscheint und der Prinz verschwindet in glühenden Flammen. Erschüttert durch dieses Ereignis gesteht die in Agonie liegende Phaidra nun ihrem Mann alles, bevor sie sich selbst richtet. Auch der König will daraufhin Selbstmord begehen, weil er durch sein Gebet an Neptun den eigenen Sohn vernichtet hat. Er erhält von seinem Vater jedoch die erlösende Nachricht, dass Diana, die Göttin der Jagd, Hippolyte vor dem Tod bewahrt hat. Diana macht Hippolyte zum König der Waldbewohner und gibt ihm seine geliebte Aricie. Hippolyte lebt, aber Theseus wird seinen Sohn nie wieder sehen.

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