Die Humoristen präsentieren:
 

Amelia-Peabody-Abend 1
Das Krokodil auf der Sandbank
(The crocodile on the sandbank)

Schauspieler-Duo erzählt das Ägypten-Abenteuer von Amelia Peabody und Radcliffe Emerson über drei spannende Abende voller Humor.

Er zweifelt unaufhörlich an, stellt alles in Frage und erläutert Banalitäten bis zum Exzess. Und damit bringt Karl Valentin seine Partnerin Liesl Karlstadt in vielen Szenen zur Verzweiflung. Eindrucksvoll, wie Thomas Waldkircher und Anja Pirling beim „Valentinstag“ im Alten Stadtsaal Stationen aus dem bewegten Leben des Komödiantenpärchens aufzeigten.

Die beiden spielen nicht, sie leben das Komikerpaar, schlüpfen für die sieben Valentin-Streiche in unzählige Kostüme, verunstalten sich durch Pappnasen oder Perücken und setzen die unmöglichsten Utensilien ins Rampenlicht, vom plattfüßigen und sattellosen Fahrrad über den Sturzflug vortäuschenden Elektro-Liliput-Eindecker bis zum skelettierten Christbaum.

Dieses nadellose Gerippe, an den umgekippten Wohnzimmertisch gebunden und zum tränenreichen Schluss mit roter Kugel verziert, ist Mittelpunkt des letzten Stückes, das die beiden vollführen, betitelt „Das Christbaumbrettl“. Ein Leckerbissen für Freunde absurden, grotesken Theaters aus der Zeit um 1928. Bei diesem hochwertigen Unsinn-Szenario zum Johannistag stimmt nichts mehr, verdeutlicht VALENTIN, warum das bayerische Original zu den bedeutendsten deutschen Zweiflern gezählt wird.

Aber von wegen bayerisch: Valentins Vater ist im hessischen Darmstadt, die Mutter im sächsischen Zittau geboren. Deshalb haben es sich die beiden Schauspieler erlaubt, die Texte ein wenig ins Hessische zu übersetzen und auch das Hochdeutsche einfließen zu lassen, das Karl Valentin eigenen Ausssagen nach stets auf der Bühne gepflegt hat.

Waldkircher und Pirling haben sich die Zeit von 1908 bis 1928 vorgenommen und wollen in Bälde die zweiten zwanzig Jahre Valentin-Karlstadt aufleben lassen. Bitte auch in Speyer!

 

Denn Stücke wie „Der Theaterbesuch“ oder „Die Orchesterprobe“ machten Appetit auf viel mehr Valentinaden.

(Werner Schilling)

Thomas waldkircher und Anja pirling
iM "AMELIA-PEABODY-abend"

Der ganze Abend im Ablauf

Das Aquarium

Monolog aus dem Jahre 1908, in dem Karl Valentin seine besondere Beziehung zu einem Aquarium und dem darin lebenden Fisch beschreibt ...

Der Theaterbesuch

Das Ehepaar hat überraschend zwei Theaterkarten für den “Faust” geschenkt bekommen. Auch wenn es eigentlich schon zu spät ist, wollen die beiden noch hin. Doch erst muss etwas gegessen werden, und dann auch noch der Sohn per Brief informiert werden, wie er sich das Essen aufwärmen kann ...

Die Orchesterprobe

Der Herr Kapellmeister kommt wieder einmal zu spät zur Probe und Valentin muss alles allein vorbereiten. Er grantelt und schimpft herum, bis der Chef plötzlich hinter ihm steht. Eine skurrile Probe beginnt, ein Kampf mit Taktstock und Trommel ...

Der Radfahrer

    
Ein Fahrrad ohne Sattel, dafür mit schwerem Stein auf dem Gepäckträger, kein Rücklicht, aber viel Sturzhelm - Valentin probt den Aufstand gegen die polizeiliche Aufsichtsbehörder - und gewinnt !

Sturzflüge im Zuschaerraum

Vorführung des Elektro-Lilliput-Eindeckers: Sturzflüge im kleinsten Raum sollen mit diesem Gerät möglich sein. Doch der Meisterflieger Lorenz Fischer scheitert an sich selbst - und einer Banane ...

Das Christbaumbrettl

Am heiligen Abend fällt Valentin ein, dass er noch einen Christbaum besorgen muss. In drei Christbaumfabriken treibt er ein dürres Baumgerippe auf, dass zudem keinen Ständer hat und immer umfällt. Doch der Heimwerker im Manne weiss eine Lösung ...

Vorstellungstermine auf Tournee

24,/25.2002 Weinhaus Mehling Lohr

Juni 2002 Freilicht im Spottlicht Neu-Isenburg

10.11.2005 Gasteig Münche

11.11.2005 Freiheitshalle Hof

 

12.11.2005 Bürgerhaus Obertshausen

16.11.2005 Rosengarten Coburg

17.11.2005 Stadthalle Fürth

 

24.11.2005 Comoedienhaus Hanau

25.11.2005 Mainfrankensäle
Würzburg/Veitshöchheim

26.11.2005 Festival GangArt Bischofsheim/Mainz​

08.12.2005
Meistersingerhalle Nürnberg
 

09.12.2005
Kurhaus Bad Mergentheim

Hanna Schygulla, Verehrerin Karl Valentins, schreibt:

Sehr verehrter Valentin!

Du warst einer der Ersten in meiner Wohnung. Ich hatte noch keine Möbel stehen, da hab‘ ich schon Deine Silhouette an einen Türrahmen geklebt, sorgfältig ausgeschnitten – und das war gar nicht so einfach – denn Deine Figur hat viele Ecken. In meiner Küche, da wo ich das Geschirr spüle, hängt ein Bild von Dir mit Liesl Karlstadt. Du hast den Kopf eingebunden und sie drückt ihre Wange gegen deine und man kann sehen, dass Dir unter den Kummerfalten fast ein Lächeln auskommt wie immer dann, wenn Du sie besonders liebst und es nicht zeigen willst – denn Du musst kaputtmachen und sie darf heilen. Das dritte Bild von Dir steht zwischen meinen Büchern, da schaust Du mich so über die Schulter an und Deine Augen gehen mir durch und durch.

Schon vor Jahren wollte ich einmal über Dich schreiben; das war noch auf der Universität als Studentin der Philologie, aber dazu ist es dann doch nicht gekommen, vielleicht auch weil ich Dich wirklich verehre und mir keinen Zwang antun möchte mit Dir....

Nichts ist Dir selbstverständlich, alles bringst Du in Bewegung bis es aufbricht und entgleist und dann endlich ein zweiter oder dritter Hintersinn zutage kommt, alles stellst Du in Frage, die Kategorien der Zeit, des Besitzens, der Identität, der Zahlen und Masse... Und wie jemand, der etwas verloren hat, das er unbedingt wiederfinden muss, reisst Du die Schubladen der Ratio auf und leerst sie auf den Boden und man kann nur staunen, was sich da alles angesammelt hat.“


Die Armana-Revolution:

Echnaton war ein altägyptischer Pharao der 18. Dynastie und erhob den Gott Aton in Gestalt der Sonnenscheibe zum Gott über alle Götter Ägyptens. Er weihte ihm seine neue Hauptstadt Achet-Aton und wählte für diese einen Ort aus, der 400 km nördlich von der ehemaligen Hauptstadt Theben lag, stromabwärts auf einer am Ostufer des Nils von Felsformationen umgebenen, größeren Sandfläche in Mittelägypten. Fast genau zwischen Memphis im Norden und Theben im Süden glaubte Echnaton an den Bergen in einer der dortigen Felsformationen das Hieroglyphenzeichen für „Horizont“ (= Achet) mit der mythologischen Bedeutung von „Anfang und Ende“ zu erkennen, als er mit einem Streitwagen aus Gold und Silber einige Zeit lang flussabwärts gezogen war.

 

Echnaton beschloss daher in seinem 5. Regierungsjahr a, an diesem Ort seine neue Hauptstadt Achetaton (Horizont des Aton) in der Nähe des heutigen Amarna zu gründen und schrieb:

"Man baue mir ein Grab im Berg von Achetaton, wo die Sonne aufgeht, in welchem meine Bestattung erfolgen soll nach Millionen von Regierungsjubiläen...Man bestatte darin nach Millionen von Jahren die Große königliche Gemahlin Nofretete...und man bestatte darin nach Millionen von Jahren die königliche Tochter Meritaton.“

Der gesamte ägyptische Hof und die Verwaltung zogen gemeinsam mit dem Königspaar in die neue Hauptstadt

Der Herrschaft von Echnaton und seiner Hauptfrau Nofretete („die Schöne ist gekommen“) wurde oftmals eine Liebe zur Kunst und Spiritualität nachgesagt. Ob Echnaton außenpolitische Dinge nicht interessierten und stattdessen seine Mutter Teje sich darum kümmerte, ist umstritten; als Argument hierfür lassen sich Briefe anführen, die ausdrücklich an Teje und nicht an Echnaton gerichtet sind. Doch sind diese Briefe eher die Ausnahme und stammen vom Beginn seiner Regierungszeit, als Teje für die Nachbarstaaten schon eine bekannte Größe war und man den neuen Herrscher im Ausland noch nicht einordnen konnte. Echnaton und Nofretete verstanden sich wie alle anderen Pharaonen als Götter auf Erden, doch nunmehr als Repräsentanten des Hauptgottes in Form von Aton, und sie waren die alleinigen Oberpriester dieses Kultes. Die Vermittlung zwischen Gott und Gläubigem erfolgte ausschließlich durch das Herrscherpaar als alleiniger Referenz zu Aton. Sie ließen sich selbst wie Götter anbeten und bildeten nach Aussagen von Ägyptologen zusammen mit dem Gott Aton eine Art Dreifaltigkeit, was den orientalischen Religionen des Zweistromlandes näher kommt.


Die starke Position der Frau im alten Ägypten wurde unter Echnaton noch gesteigert. Nofretete als Hauptfrau des Pharaos wurde zu einer Art Mitregentin gemacht und zumindest mit den pharaonischen Machtsymbolen ausgestattet. Später wurde sie sogar in den Felsengräbern von Amarna zusammen mit Echnaton mehrfach in einer Art abgebildet, dass Forscher sogar eine dominante Mitregentschaft von Nofretete in den späten Regierungsjahren von Echnaton annehmen. Möglicherweise hatte sie bei ihrer Inthronisation den Thronnamen Semenchkare angenommen, was eine Nachfolgerrolle bedeuten würde.

 

Während der Herrschaft von Echnaton erblühte die Amarnakunst, die sich durch die Entwicklung der naturabbildenden Kunst auszeichnet, wo es von Pflanzen, Blumen und Vögeln wimmelt. Bis heute berühmt sind die Fußböden von Amarna mit ihrer Fülle an Blumen- und Tierdekors.

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