LEAD-PRODUCERS
RRRABATZZZ Theater für Alle
The Thwarting of Baron Bolligrew
(dt. Der kleine dicke Ritter)

The Thwarting of Baron Bolligrew
(dt. Der kleine dicke Ritter)

Natürlich kannten auch wir die Geschichte zuerst von der Augsburger Puppenkiste, bevor wir uns zur Eröffnung unseres auf 200 Plätze erweiterten Theaters in Hainburg/Hessen an die Arbeit an unserer ersten großen Theaterproduktion mit dem Kinderclub des RRRRABATZZZ Theaters machten.

Erst im Lauf der Arbeit stellten wir fest, dass auch dieses Stück in der Tradition des englischen Theaters viel stärker sprachlich durchgearbeitet ist, als es die deutsche Fassung einem zunächst vormachen will. Dabei ist aus heutiger Sicht nicht nur der Vereinfachende, Nicht-Historische des Titels, sondern natürlich auch die Reduzierung auf die Eigenschaft "dick" ziemlich schwierig. Doch das Stück baut natürlich gerade darauf auf, dass die Widersacher der Hauptfigur dieses Adjektiv gerne benutzen, um den Ritter der Lächerlichkeit preiszugeben, was nicht gelingen wird.

Die Titelfigur ist nämlich ein echter Held, der neben vielen "starken" Eigenschaften auch äußerst kommunikativ ist, und im intensiven Dialog mit den verzweifelten Inselbewohnern tatsächlich die im Originaltitel versprochene "Verereitelung des Tyrannen" erreicht.

Doch zunächst mehr zum Autor des Stücks, dem englischen Drehbuchautor Robert Bolt, der u.a. die Skripts zu "Lawrence of Arabia", "Doctor Schiwago" und "A Man of all Seasons" geschrieben hat. Sehen wir uns zunächst die deutsche Wikipedia-Seite an:

An der Stelle kommt man schon fast nicht mehr weiter. Handelt es sich nun um ein "Kinderbuch" (eigentlich kein literarisches Genre, eher ein Marketingzeichen für Buchverkäufer) oder um ein Hörspiel.

Laut der Angaben zur Entstehung gab es wohl zuerst das Hörspiel, dann die von Carl Mandelarz verfasste "Nacherzählung", die dann wieder von Marianne de Barde übersetzt wurde. Die verschiedenen Nachdrucke gehen wohl von der gleichen Übersetzung aus.

Schnell findet man heraus, das Carl Mandelarz unter dem Pseudonym Carl Schanze publiziert hatte. Als Übersetzer und Herausgeber von historischen Texten bekannt, war er allerdings auch Theaterwissenschaftler und Dramaturg am Theater u.a. in Duisburg. Warum es den Umweg über eine "Nacherzählung" gegeben haben soll, wäre ebenfalls zu fragen. Aus dem Hörspiel ist wahrscheinlich zunächst das Theaterstück entstanden, dann vielleicht die "Nacherzählung".

An dieser Stelle wirft man zunächst einen Blick in die englische Stückausgabe.